Heute früh war es dann endlich soweit. Der Tag auf den ich so lange gewartet habe, stand plötzlich vor der Tür. Als mein Handywecker 5:45 Alarm schlug, schien es erst ein ganz normaler Tag zu werden. Essen konnte ich wie immer so früh am morgen rein gar nichts aber auf einmal stand ich am Flughafen in Tegel und ich dachte mir : „okay, du fliegst jetzt irgendwohin und es ist wie ein Urlaub, man ist zwei Wochen auf Reisen, genießt das Wetter, lernt ein paar Leute kennen und kehrt dann schlussendlich wieder nach Hause zurück“... Nun sitz ich hier in dem super tollen Hotel in East Rutherford und halte immer noch alles für einen Traum. Für einen Beginn eines einzigartigen fantastischen Urlaubs. Denn selbst die 8 einhalb Stunden Flug von Frankfurt nach Newark schafften es nicht meinem Gehirn klar zu machen:“Du fliegst da jetzt hin und bleibst da auch- für ein Jahr!“. Versteht mich nicht falsch. Ich habe mich sooo lange auf das hier gefreut (und bin jetzt auch hellauf begeistert) aber das ist alles noch ziemlich unreal. Ich hoffe, dass ich morgen früh so langsam verstehen werde, was hier mit mir passiert. Es fühlt sich an, als würde mir irgendjemand einen ganz gewaltigen Streich spielen und sich diebisch freuen wenn ich aufwache und feststelle, alles nur geträumt.
Der Flug von Berlin nach Frankfurt ging zwar ziemlich ereignislos aber schneller vorbei als ich gedacht hatte. Zwischenzeitlich sind wir durch so eine abnorme Wolkenbank geflogen, sodass ich nicht mal mehr die Tragflächen gesehen habe – und ich saß genau zwei Reihen dahinter. Alles war einfach nur weiß. Wie bei diesen Filmen, wenn sie einem glauben machen wollen, dass jemand stirbt und ins Jenseits befördert wird oder im Krankenhaus landet. Und schließlich legte der Pilot noch eine katastrophale Landung hin, bei der ich mir sicher war, dass mein Magen, wenn denn was drin gewesen wäre, sich augenblicklich geleert hätte.
In Frankfurt hatte ich 2 einhalb Stunden Aufenthalt und musste vom Gate A13 zum Gate A63 tigern. Na was für ein Glück, dass die Koffer automatisch umgeleitet wurden. Aus Spaß bin ich dann mit Josephin (aus Berlin, AuPair in North Carolina) mit der Flughafen Skyline (Schwebebahn) gefahren, die in Frankfurt die Terminals miteinander verbindet (Der Flughafen ist echt riiiiiiiiiesig). Die Aussicht war wirklich der Wahnsinn. Und dann ging’s auch schon bald zum boarden. Natürlich musste bei Lufthansa wie immer die Technik versagen, sodass sich die ganze Geschichte um etliche Minuten verzögert hat und wir dann nach 45min Verspätung starten konnten.
Im Flugzeug saß ich zusammen mir 3 anderen AuPairs in einer 4er Reihe so ziemlich in der Mitte des Flugzeuges und direkt an der Essenausgabe, aber davon haben wir eigentlich nicht profitieren können, da die mit ihren Schiebewägelchen immer erst woandershin gejuckelt sind. Neben der Tölpelhaften Stewardess, die mir gleich 2 mal Wasser über den Schoß gekippt hat (dachte die etwa ich wäre ein Baum?!), war noch ein ziemlich cooler Flugbegleiter an board, der unsere Laune fast den ganzen Flug lang hoch hielt. Hier gibt’s gleich mal ein paar kleine Aufnahmen dazu :D.
Das Essen was serviert wurde, war für ein Flugzeugessen erstaunlicherweise ziemlich gut. Gleich nach dem Start gabs Pizzakekse und da ich mittlerweile echt Hunger hatte (Kein Frühstück gehabt, selber Schuld, ich weiß), hab ich die sofort verputzt. Zum Mittag gab’s Wahlweise ein Nudelgericht oder irgendsoein Chickenzeug. Schwer zu erraten, was ich genommen habe, oder xD? Die Makkaroni mit Käse waren auch ganz passabel und hätten sogar richtig gut geschmeckt, wenn da nicht zu beiden Seiten so ein unergründlicher Klecks irgendwas gelauert hätte. Ich glaube es sollte etwas Bolognese &Spinatartiges darstellen. Der Spinat war okay (für meine Anti-Spinatverhältnisse ist das „okay“ schon ein Lob ersten Ranges), aber das rote sah aus wie …, naja darauf gehe ich im Interesse eures Wohlbefindens wohl nicht weiter ein. Auf jeden Fall gab’s zu den Nudeln noch einen Salat, ein Brötchen und einen Zitronenbiscuit. Insgesamt eine anständige Mahlzeit. Zum Abendessen wurden dann Truthahn Sandwiches gereicht. Es handelte sich dabei um eine etwas eigenartige Version, da der Teig sehr ungewohnt war, aber hat auch recht gut geschmeckt.
Bei diesen arktischen Temperaturen im Flugzeug war ich froh, dass jeder Passagier mit einer Decke (wenn auch extrem dünn, aber immerhin!!!) ausgestattet war. Später saßen wir zu viert eingemummelt in Jacke, Decke und Trainingshose da. Aber es hat alles nichts genützt, denn jetzt bin ich von fiesem Schnupfen und Halsschmerzen ohne Ende geplagt (im Hotel pfeif ich mir gerade eine Halsschmerztablette nach der anderen rein, ich hoffe das Zeug wirkt nicht abführend). Ein Besuch auf der Flugzeugtoilette kann ich natürlich nicht empfehlen. Es war echt furchtbar dreckig und die tödliche Klospülung gab mir dann noch den Rest. Die war extrem laut und klang eher wie eine Batterie Kanonenschüsse.
4 Turbulenzen und 3 Klatschblätter später, sind wir dann endlich(!) in Newark gelandet. Besonders die letzten 25 Minuten waren haarig. Wir sprachen gerade über den Film Final Destination 1 (ja, ja ich weiß – der ist alt), als das Licht flackerte, erlosch und wir anschließend so einiges an Höhe verloren. Ich fand das urkomisch (auch wenn ich sonst kein Flugzeugfan und Fluggenießer bin), aber das war echt genial. Als es dann noch 3-4mal schlagartig runter ging, wurden meine verängstigten Sitznachbarn grummelnd in ihre Sitze gepresst und ich musste echt an mich halten nicht loszuprusten. Denn wenn wir über dem großen Teich schon nicht abgestürzt waren, dann erst recht nicht 50m vorm Ziel.
Der Immigration officer hat sich meinen Reisepass ganz genau angeguckt und dann irgendsoeinen Wisch da mit reingetackert. Dann wurden mir noch meine Fingerabdrücke genommen und weiter gings zum Gepäckband. Da ich solange auf die anderen AuPairs warten musste (ich war die erste die durch die Immigration Kontrolle durch war) fand ich meine Koffer schon nach Sekunden. Also gings gleich weiter zum Zoll *zu-meiner-Familie-grins*. Im Flugzeug mussten wir einen Wisch ausfüllen und ankreuzen was wir alles einführen (Gastgeschenke im Wert von ingesamt $100 dürfen importiert werden, alles drüber muss verzollt werden) … eine Frage lautete ob wir Krankheitserreger oder Pilze importieren würden. Ja klar, ich schlepp immer ne kleine Box mit einer Pilzkultur mit mir rum :D. Nachdem ich mich dann beim Datum zweimal verschrieben hab, war ich dann beim dritten Versuch endlich erfolgreich. Ich habs doch Tatsache geschafft, das Datum fehlerfrei einzutragen. Ehrlich gesagt war das wirklich schwierig, denn die “1“ durfte bloß folgendermaßen geschrieben werden “ I“ also, ohne diesen Haken. Und die die „7“ darf keinen Strich in der Mitte haben, denn dann könnte man sie ja mit der Ziffer 4(!) verwechseln. Na ich glaubs ja auch. Aber es ist ja alles gut gegangen =). Als ich dann also auch heil und ohne Probleme durch den Zoll gekommen bin (naja jedenfalls fasst. Ich musste mich echt anstrengend meine Koffer gezielt zu steuern, zweimal wäre ich fast einem Polzeimenschen über die Füße gerollert. ich hab mir ja vorher viele Gedanken gemacht, was da nicht alles schief laufen könnte beim Zoll:D, meine Familie durfte sich die abenteuerlichsten Geschichten anhören, aber letzten endes hat alles zu einem guten Ende gefunden, oder so ähnlich ;D) befand ich mich in einer großen Halle wo ich auf die anderen warten wollte, aber da kam gleich ein übers ganze Gesicht grinsender Officer auf mich zu meinte wenn ich scharf drauf bin in Handschellen abgeführt zu werden, kann ich gerne da stehen bleiben, ansonsten müsste ich weitergehen. Na das nenn ich doch mal einen anständigen Humor. Vor dem Flughafen standen dann zwei Hotelbusse und ich muss schon sagen, der Fahrer meines Busses war der dickste Mensch, den ich je gesehen habe. Wie er überhaupt hinters Steuer gepasst hat, war mir ein Rätsel. Wahrscheinlich war das ein XXXL Buscockpit (mir fällt grad nicht der Name für das Abteil des Busfahrers, Fahrerkabine(???) ein) oder so. Mir hat gar nicht gefallen wie grob er mit meinen Koffern umgegangen ist. Natürlich ist mir klar, dass er das nicht mit Samthanschuhen anfassen kann und ich weiß nur zu gut, dass die mega schwer sind ( glaubt mir, dass ist echt kein Zuckerschlecken, zwei 22KG schwere Koffer, einen riesen Laptop und ein weiteres sperriges Handgepäckstück tausende von Metern mitsichschleppen zu müssen), aber man muss die ja nun wirklich nicht durch die Gegend schleudern. Meine Hoffnungen, dass meine Gastgeschenke heil geblieben sind, sind folglich gleich null. Denn im Vergleich zu dem Flughafenpersonal ist er mit meinem Gepäck sicherlich noch zaghaft umgegangen.
Allein schon in den paar Minuten am Flughafen, als ich im Bus darauf gewartet habe, dass weitere AUPairs einsteigen, habe ich 4 Limousinen gesehen (später standen dann auch noch 2 auf dem Hotelparkplatz). Schade, dass ich hier keine Zeit haben werde damit durch die Gegend zu fahren :D. Ich habe mir sagen lassen, dass die Dinger genauso teuer sind, als würde ich gleichzeitig mit 2 Taxies umher düsen. Also würde es sich wahrscheinlich erst ab einer Gruppe von 8 Mädels preislich gesehen rentieren. Naja, früher oder später werd ich schon eine Gelegenheit beim Schopfe packen mich mit einem solchen Schlitten herumkutschieren zu lassen.
Abends ist dann nichtmehr so wirklich viel passiert. Ich bin dann noch ne Runde ins Internet und danach planschen gegangen und vollkommen fertig ins Bettchen gefallen.
Vom Pool aus konnte man die Skyline sehen :D


Also glaub mir, die Landung war bei uns bestimmt auch nicht viel besser ;) Ich bin ganz froh, dass ich diesen Truthahn-dings nicht gegessen hab :D
AntwortenLöschenhey kaddy, also ich hab jetzt erstmal runtergescrollt und muss jetzt alle berichte aus amerika lesen. wow. werd wohl erstmal ne stunde lesen müssen... :D
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