Donnerstag, 23. Juli 2009

Reise und Ankunft zur und bei der Gastfamilie

Heute morgen um 6 kam wie auch schon die Tage zuvor der wake-up call. Ich bin sofort aufgesprungen und unter die Dusche gehüpft, aber meine beiden Zimmergenossinnen waren wie „immer“ um diese Uhrzeit nicht in der Lage auch nur ein Auge zu öffnen. Die sind es überhaupt nicht gewohnt früh aufzustehen. Ich wollte ihnen ja erst den Tipp geben, dass es vielleicht helfen könnte eher aus dem Bett zu kommen, wenn sie nicht jeden morgen bis 2 Uhr machen würden. Aber ich dachte dann doch, das ich mir das klemme, denn ich wollte ja nicht unhöflich erscheinen. Nach dem Frühstück mussten wir dann unsere Bleischweren Monsterkoffer runter wuchten und zum Unterricht gehen. Heute gings darum wie man Schwierigkeiten mit den Kids löst und aus dem Weg geht. Das war auf jeden Fall nochmal spannend, aber trotzdem hatte ich extrem mit der Müdigkeit zu kämpfen. Ein Mädel wurde während des Unterrichts immer wieder nach draußen gebeten weil sie am morgen versehentlich ihre Zähne mit Waschpulver geputzt hat welches giftig war. Sie hatte irgendwie eine vermeintliche Zahnpastatube aus der Waschtasche eines anderen Mädels genommen, aber das falsche Putzzeug wohl gleich wieder ausgespuckt. Auf jeden Fall soll sie jetzt eine Weile besonders Eis essen und Milch trinken. Die tut mir echt leid.
Das Mittag war besonders lecker. Es gab Pizza, einen warmen Nudelsalat und Brotpudding zum Nachtisch. Ich wollte mir eigentlich noch mehr von den Nudeln holen, aber in Anbetracht dessen, das ich noch einige Zeit hier in Amerika verbringen werde und sich das definitiv auf meine Figur auswirken wird, dachte ich mir, lass ich lieber (vorerst) die Finger davon. Nach der Raubtierfütterung :D, war gottseidank kein Unterricht mehr. Denn dieser ist immer enorm ermüdend gewesen und hat den Effekt des Jetlages nur noch verstärkt. Nun wurden auch die ersten AuPairs bereits auf die New Yorker und auf New Jerseys Gastfamilien verteilt und jedes wurde mit einem heftigen Applaus verabschiedet. Bald darauf hat uns auch unser shuttle abgeholt und zurück zum Newark Airport gebracht. Da ich heute das einzige AuPair bin, das nach Portland fliegen wird, habe ich mich von der restlichen Truppe getrennt und bin zum Continental Airlines Check-in Schalter gegangen. Der ganze Prozess ist aber ein bisschen anders abgelaufen, als ich es bisher gewohnt war. Ich weiß ja, dass man in Deutschland auch schon nicht mehr am Schalter einchecken muss, aber da ich so selten fliege, hatte ich bis jetzt noch keine Gelegenheit mich damit vertraut zu machen. Ich stand also an dem Schalter und da war auch ein netter Mensch von Continental Airlines, aber er hat mich ermutigt praktisch selber einzuchecken. Also habe ich meinen Reisepass durch so ein Lesegerät gezogen und dann auf so einem Touchscreendings meinen Zielort, meine Gepäckanzahl usw. eingegeben. Dann hab ich mein Ticket drucken lassen und nun kam der nette Flugmensch von Continental IArlines ins Spiel. Ihm musste ich $15 für den Transport meines ersten Koffers und $25 für den Transport meines zweiten Koffers zahlen. Dann hat er nur noch überprüft ob ich wirklich kein Übergepäck habe (denn dann muss man so um die $115 pro Koffer der Übergewichtig ist mehr zahlen) , einen Aufkleber für die Koffertransporteure um den Koffergriff drum geklebt und meine Koffer auf das Transportband GEWORFEN. Mensch, dass die immer so grob sein müssen *grummel*. Ich mag die Amerikaner (jedenfalls die, mit denen ich bis jetzt zu tun hatte), sie sind super freundlich und zuvorkommend, aber nen bisschen zärtlicher könnten die schon mit meinem Gepäck umgehen, auch wenns mörderisch schwer ist. Auf jeden Fall war dieser Schritt schon mal geschafft. Mein Gepäck hab ich um die Ecke gebracht und war praktischerweise um 99,5lbs. Leichter. Wie viel das auch immer sein mag. Aber ich glaub das war gerade so an der Grenze zum Übergewicht. Nächster Halt: Sicherheitskontrolle! Da hieß es Rechner aus der Laptoptasche, Schuhe aus und durch das Piepdings. Man war mich stolz auf mich, nichts gefährliches mit geschmuggelt zu haben :D. Guess what – Ich sitz hier am Gate C75 und warte, dass die netten Flugmenschen mit dem boarden anfangen. Ja ganz richtig gelesen, ich sitze hier am Gate. Es ist immer ein bisschen schwierig bis jetzt gewesen Zeit zu finden, diese Einträge zu verfassen und ich denke in den nächsten paar Tagen wird es bestimmt noch extremer. Naja, man muss ja flexibel sein. Also sitze ich hier und vervollständige alles, was ich bisher geschrieben habe. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob ich mein Ladekabel einfach so in die Steckdose stecken darf, natürlich mit Adapter, da mein Rechner ja nur eine Akkulaufzeit von knapp 45Minuten hat. Man weiß ja nicht, was man so alles auf dem Flughafen tun darf und was nicht. Also jedenfalls weiß/wusste ich das nicht. Also hab ich erst eine Frau gefragt, ob sie wüsste ob das „legal“ ist^^, aber sie konnte mir da nicht weiterhelfen. No Problem. Die nette Flugmenschdame von Continental Airlines war sehr auskunfsfreundlich und ich glaub sie hat mich fast ausgelacht, als ich sie verunsichert gefragt hab, ob ich die Steckdose nutzen dürfe. Ähm … bin ich ein hinterweltler oder ist es in Deutschland normal, dass Leute ihre Hunde (die Teile, die man auf dem Arm trägt. Ganz viele Promis haben diese Hundis, keine Ahnung wie die heißen) auf dem Flughafen auf Decken legen um ihr Geschäft zu erledigen??? Seltsam .. ich finde es unglaublich spannend die Leute hier zu beobachten. Besonders das Flughafen personal ist superfreundich. Die haben sich bei jedem Passagier einzeln entschuldigt, dass die Maschine die von „meinem“ Gate aus nach Boston fliegt wegen des Flugzeugpersonals Verspätung hat. Yeah, hier kam gerade nen Mann, der auch Flughafenstrom haben will. Hier sind nämlich ganze zwei Steckdosen. Dabei hat er aber meinen Adapter rausgezogen. Wir sind dann ein bisschen ins Gespräch gekommen. Also ich muss schon sagen, es ist echt leicht die Amerikaner zu mögen. Ich weiß jetzt wie der Hund heißt^^ unglaublich spannend ich weiß. Caesar. Ich hoffe, dass sie bald mit boarden anfangen und ich mich dann ein bisschen zum Schlafen (naja, niederlassen kann man ja nicht wirklich sagen) setzen kann.
Ich kann wirklich nur immer wieder darüber staunen, wie offenherzig die Amis sind. Beim Boarding hat der Boardkartenabreißer bzw. Codeeinscanner zu alles und jedem einen Kommentar abgegeben, als würde er sie schon sein Leben lang kennen:“I like purple“, meinte er zu einem kleinen Mädchen, dass mit ihrem lila Hackenporsche unterwegs war. Und eine Frau hatte hochkompliziert aussehende Schuhe an, da meinte er, er wäre gerne dabei gewesen und hätte sich das Spektakel angeguckt, als sie ihre Schuhe bei der Sicherheitskontrolle ausziehen musste. Auch die Frau mit Cäsar, schien die Hauptattraktion schlechthin gewesen zu sein. Alle wollten den Kläffer streicheln und stellten unablässig Fragen. Ich find das echt wahnsinnig spannend, wie einfach und doch respektvoll die Menschen hier miteinander umgehen. Als ich mich gerade im Reisverschlussverfahren zum boarden angestellt hatte, meinte der eine etwas ältere Herr: „Schönheit geht vor Alter !“ Im Englischen klingt das viel besser. Überhaupt finde ich es toll, den ganzen Tag lang Englisch sprechen zu dürfen, auch wenn ich das meines Erachtens nach noch nicht sonderlich gut kann.
Okay ich sitze gerade im Flugzeug und wir haben 15 Minuten Verspätung, weil 6 Flugzeuge noch vor uns starten müssen. Das übersteigt meine Vorstellungskraft beim besten Willen. Das heißt ja, dass mindestens 24 Flugzeuge (wenn man das so hochrechnen kann) in einer Stunde von diesem Terminal aus starten, aber mindestens genausoviele landen ja auch gleichzeitig. Und wenn man bedenkt, wie viele Flughäfen in der Umgebung hier sind … (JFK, Westchester County (oder soähnlich?) …), dann will ich mir lieber nicht ausmalen, was hier alles innerhalb von 24h runterkommt und wieder in die Lüfte steigt.
Verzeihung. Habe ich Tatsache gedacht, die Landung des Flugzeuges in Frankfurt wäre eine Katastrophe gewesen? Okay, vielleicht habe ich etwas übertrieben (soll ja hin- und wieder vorkommen). Sie war zuckersüß im Gegensatz zu dem schlimmsten Flugzeugstart in der Geschichte der Menschheit. Ganz recht. Wir sind gerade gestartet. Es war megalaut, wie das eben so ist, wenn die Triebwerke auf Hochtouren arbeiten und auf einmal war es ziemlich still und wir haben extrem an Höhe verloren. Und das obwohl wir noch nicht mal eine Minute lang in der Luft waren. Extrem gruselig. Ich denke für den Rest des Fluges, versuche ich es mal mit einem kleinen bisschen Schlaf … oder auch nicht. Eben kamen sie mit dem Essenwägelchen durch. Vor mir steht jetzt ein abgepackter Salat, abgepackte Mohrrüben und ein Cheeseburger. Ein Cheeseburger. So etwas habe ich noch nie zuvor gegessen … ob ich es jetzt wohl wagen sollte, in den „Genuss“ und auf den Geschmack zu kommen? Zu schade, dass ich eben gerade erst in Newark auf dem Flughafen, ein großes „Hotdog meal“, bestehend aus zwei gigantischen Hotdogs, einer monströsen Tüte Pommes mit Ketchup und einem Liter Cola für $8.55 genossen habe. Naja. Ich bin sicher, dass das Cheeseburgerteil in kaltem Zustand auch noch zu genießen ist. Naja. Sicher bin ich mir eigentlich nicht. Da ich wie gesagt derartiges noch nicht gegessen habe. Ich hoffe jedenfalls, dass das Ding kalt genauso harmlos ist, wie in warmen Zustand.
Ich war gerade auf der Flugzeugtoilette, spannende Sache – ich weiß xD, aber da hing ein Schild das lautete, wenn man auf der Flugzeugtoilette raucht, dass das mit einer Geldstrafe mit bis zu $2200 geahndet wird. Finde ich als Anti-Raucher natürlich top. Nach diesem katastrophalen Flug, bin ich mir außerdem sicher meine Flugphobie endgültig überwinden zu können. Denn wenn ich diesen Flug überleben würde , dann mit Sicherheit auch jeden anderen. Dabei fällt mir gerade ein, dass man im Newark Airport für US Helicopterflüge einchecken konnte… fand ich ja hochinteressant. Aber leider hatte ich keine Zeit, mehr darüber rauszufinden. Hier im Flugzeug komme ich erstmalig richtig dazu, mir die Amerikaner vom äußerlichen her, genauer zu beleuchten. Denn mal von meinem NYC Trip abgesehen, wo ich viel zu überfordert war, um auf die Menschen um mich herum zu achten, habe ich ja die ganze Zeit im Hotel gehockt. Vielen Leuten sieht man es echt am Gesicht an, dass sie Amis sind. Sie haben einfach diesen touch…. Nach dem Flug in der 747 war dieser Flug in der 737 nun doch etwas sehr beengt. Und ich war froh, als es letztendlich in den Landeanflug ging und die Aussicht darauf, die Beine strecken zu dürfen (nach 6 ein halb Stunden) immer größer wurde. Als sich das Flugzeug also in Richtung Boden aufmachte, blieb mir fast die Spucke weg. Die Aussicht aus dem Fenster war die schönste die ich jemals gehabt hab. Man kann es eigentlich kaum mit Worten beschreiben. Unter mir befand sich eine herrliche Wüstenartigelandschaft, die einfach atemberaubend aussah und dann waren da auf einmal Schneebedeckte Bergkuppen, mit denen wir fast auf einer Höhe waren. Jeder der das Glück hatte, mal in Portland landen zu dürfen, weiß wovon ich spreche. Umso grottiger der Start war, umso schöner war die Aussicht beim landen. Am liebsten würde ich gleich nochmal in die Lüfte steigen und mir die Sache von oben herab näher betrachten. Am Flughafen angekommen, haben mich J und Suz abgeholt. J kam gerade von seinem Motorradtrip zurück (er hat seine Geschwister und Mutter, glaub ich, in Kanada unter anderem besucht) und stand in voller Motorradmontur da, ein herrliches Bild :D nur schade, dass ich keines davon gemacht hab. Suz und ich sind dann mit dem Honda nach Hause gefahren und aus dem Parkhaus raus. Ich war völlig platt, als sie in so ein Lesegerät vor der Schranke erst die Parkkarte und dann die Kredit Karte reingeschoben hat.
Zu Hause angekommen, haben wir erstmal in der Garage geparkt und sind dann durch die Hintertür ins Haus rein, wo uns Miriam (Mimi, "altes" AuPair) empfangen hat. Ich habe dann schnell eine Einführung ins Haus gekriegt, wo was ist und ich muss sagen, es gefällt mir hier richtig gut. Es ist gemütlich und ich fühle mich absolut wohl. Zur Zeit bin ich ziemlich müde :D aber das wird sich in den nächsten paar Tagen hoffentlich legen. River und Indy haben schon geschlafen als ich hier ankam, also werde ich sie dann morgen kennen lernen. Über die Gastgeschenke haben sich meine hostparents richtig gefreut und bis auf eine kleine Stelle sind sie auch ganz geblieben *schweiß-von-der-Stirn-wisch*. Eben hat mir Mimi noch ein bisschen die Nachbarschaft gezeigt, wir sind also durch die Gegend spaziert und es ist ein einziger Traum. Es war eine schöne angenehme kühle Nacht (hier ist es schon 2 Uhr morgens) und ich weiß jetzt schon wo ein superschöner Park für die kids zum spielen ist, wo Starbucks ist, eine Einkaufsmöglichkeit und viele Gaststätten. Ich denke, dass ich auf all das morgen näher eingehen werde, da es wie gesagt schon recht spät ist.
Im übrigen, ist der Flugzeug Cheeseburger in den Müll gewandert, aber nur weil ich noch übelst satt war. Keine Sorgen, ich werd hier noch solche Dinger früher oder später essen.
Hab euch alle ganz doll lieb :D
~Kaddy~

2 Kommentare:

  1. also, wenn du mir die flugangst nehmen willst, dann schreib doch bitte nicht von solchen horrorflügen!!!! *grummel* *angst* in 6 wochen um diese zeit sitz ich vermutlich grad im flugzeug in frankfurt od bereits in der lust. ich freu mich schon voll!!! lg sophie

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  2. *g* sry aber der Flug war richtig grausig^^

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